Entdecken Sie, wie oft und mit welcher Methode Fieber gemessen werden sollte, um gesundheitliche Risiken zu minimieren und den Krankheitsverlauf wirksam zu überwachen.
Einleitung
Fieber ist ein Symptom, das viele von uns kennen. Es ist ein Zeichen dafür, dass unser Körper auf eine Infektion oder eine andere Erkrankung reagiert. Aber wann genau spricht man von Fieber, und warum ist seine Messung so wichtig? In diesem Artikel werfen wir einen umfassenden Blick darauf, wie oft und wo man Fieber messen sollte. Wir werden die verschiedenen Methoden zur Fiebermessung erkunden und herausfinden, welche am zuverlässigsten sind. So können Sie für sich und Ihre Familie die beste Vorgehensweise bestimmen.
Was ist Fieber?
Fieber ist ein Zustand, bei dem die Körpertemperatur über das normale Maß ansteigt. Dies geschieht oft als Reaktion auf Fremdstoffe oder Krankheitserreger, die in den Körper eingedrungen sind. Aber Fieber ist nicht nur ein Symptom von Krankheit. Es ist auch ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, der dabei hilft, Infektionen zu bekämpfen. Unser Gehirn, genauer gesagt der Hypothalamus, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Er reguliert die Körpertemperatur und stellt sicher, dass sie bei Bedarf ansteigt, um den Heilungsprozess zu unterstützen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Temperaturanstieg automatisch Fieber ist. Eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur kann auch durch andere Faktoren wie körperliche Aktivität oder zu hohe Außentemperaturen verursacht werden. Daher ist es entscheidend, die genaue Definition und Messung im Blick zu haben.
Der Unterschied zwischen erhöhter Temperatur und Fieber liegt in der Höhe und Dauer des Temperaturanstiegs. Eine normale Körpertemperatur liegt zwischen 36 und 37 Grad Celsius. Erhöhte Temperaturen beginnen oft ab etwa 37,5 Grad Celsius. Erst ab rund 38 bis 38,5 Grad Celsius misst man dann Fieber, wie zahlreiche Studien belegen, darunter eine auf der Stiftung Gesundheitswissen veröffentlichte.
Ab wann spricht man von Fieber?
Die Frage, ab wann genau von Fieber gesprochen wird, hängt davon ab, bei welcher Personengruppe die Messung erfolgt. Erwachsene haben eine leicht abweichende Temperaturzone verglichen mit Kindern. Bei Erwachsenen liegt die normale Körperkerntemperatur, die meist rektal gemessen wird, bei 36 bis 37 Grad. Alles ab 37,6 bis 38 Grad wird als erhöhte Temperatur gezählt, und Fieber beginnt ab 38,1 Grad. Bei Kindern ist die Temperatur etwas variabler, und Fieber kann bereits ab 38,5 Grad auftreten.
Auch der Zeitpunkt und Ort der Messung beeinflussen, ab wann man von Fieber spricht. Normales Fieber bei einer rektalen Messung beginnt meist ab 38,1 Grad, während es bei der Messung im Mund oder Ohr schon bei geringeren Temperaturen als Fieber gewertet werden kann. Nehmen wir beispielsweise die Ohr- oder Stirnmessungen: Sie sind etwas ungenauer, da sie von äußeren Faktoren beeinflusst werden können. Ab einem Wert von 38,1 Grad sollte man hier von Fieber ausgehen.
Warum ist es wichtig, Fieber zu messen?
Fieber richtig zu messen, hat viele Vorteile. Es hilft dabei, den Krankheitsverlauf besser im Blick zu behalten. Indem wir Fieber rechtzeitig erkennen, können wir angemessen darauf reagieren, sei es durch Ruhe, Flüssigkeitszufuhr oder medizinische Maßnahmen. Mediziner betonen, dass die regelmäßige Messung besonders bei chronischen oder ernsten Erkrankungen wichtig ist, um gefährliche Zustände zu verhindern.
Ein weiteres wichtiges Motiv zur Fiebermessung besteht darin, den Zustand des Körpers besser einzuschätzen. Viele Erkrankungen, insbesondere bei Kindern, verlaufen mit variierenden Temperaturspitzen und -tälern. Durch genauere Erkenntnisse entfällt die Gefahr, dass ernsthafte Komplikationen zu spät erkannt werden.
Zu den gefährlichen Zuständen, die mit Fieber einhergehen können, gehören Fieberkrämpfe bei Kindern sowie Organschäden bei extrem hohen Temperaturen bei Erwachsenen. Beide Situationen erfordern schnelles Handeln, was ohne vorheriges Temperaturmonitoring schwer umzusetzen wäre.
Wie oft sollte Fieber gemessen werden?
Die Antwort hängt stark von den Symptomen und dem Zustand des Erkrankten ab. Bei leichtem Fieber kann es ausreichen, die Temperatur ein- bis zweimal täglich zu überprüfen. Dies gibt einen Überblick, ob die Krankheitserreger weiterhin bekämpft werden oder ob sich der Zustand verbessert.
Wenn jedoch hohes Fieber auftritt, wäre es ratsam, alle drei bis vier Stunden zu messen. Dies ermöglicht, Veränderungen schnell zu erkennen und im Notfall einzugreifen. Besonders bei Kindern und älteren Menschen sollte die Messfrequenz höher angesetzt werden, da ihre Körper empfindlicher auf Temperaturveränderungen reagieren und mehr Schutz benötigen.
Eine besondere Vorsichtsmaßnahme ist, nach der Verabreichung fiebersenkender Mittel etwa eine Stunde danach erneut zu messen.
So kann sichergestellt werden, dass die Medikation anschlägt und die Temperatur unter Kontrolle bleibt.
Methoden der Fiebermessung
Es gibt verschiede Messmethoden, um die Körpertemperatur zu ermitteln. Jeder dieser Orte bietet seine eigenen Vor- und Nachteile. Zu den gebräuchlichsten Messtechniken gehören die rektale, orale, axillare (unter der Achsel), aurikuläre (im Ohr) und Stirnmessung. Ein Vergleich zeigt, dass jede Methodenwahl von persönlichen Vorlieben und dem genauen Anwendungsbereich abhängt.
Die rektale Messung ist wohl der genaueste Weg, aber nicht immer angenehm. Sie wird besonders für Babys empfohlen. Die messung im Mund ist eine einfache Alternative, hier kann jedoch unter Umständen der Genuss heißer oder kalter Speisen das Ergebnis verfälschen.
Aurikuläre und Stirnmessungen sind weniger invasiv und schneller, eröffnen aber auch die Möglichkeit für ungenaue Ergebnisse durch äußere Störungen oder Anwendungsfehler.
Rektale Fiebermessung
Die rektale Messung gilt als eine der genauesten Methoden, um die Körperkerntemperatur zu bestimmen. Sie wird insbesondere bei Babys und Kleinkindern bevorzugt, da ihre Temperaturzentrale noch empfindlicher ist. Ärzte empfehlen, die Messung in der ersten Hälfte des Lebens vorzugsweise auf rektalem Wege durchzuführen.
Die Durchführung ist einfach: Das Kind sollte auf den Rücken oder seitwärts gelegt werden, und das Thermometer wird vorsichtig etwa 2–3 cm in den After eingeführt. Der Gebrauch von etwas Vaseline an der Thermospitze kann helfen, den Prozess angenehmer zu gestalten. Aufgrund der besseren Abschirmung gegenüber Umgebungseinflüssen liefert diese Methode die genausten Werte.
Wichtig zu beachten ist, dass diese Vorgehensweise nicht für Situationen geeignet ist, in denen eine schnelle Messung erforderlich ist oder der Patient zu unruhig ist, um still zu halten.
Fiebermessung im Mund
Fieber im Mund zu messen ist relativ verbreitet, weil es weniger invasiv ist als einige andere Methoden. Diese Art der Messung ist besonders für Erwachsene und ältere Kinder geeignet. Ein Stabthermometer wird dabei unter die Zunge gelegt, während die Lippen fest geschlossen werden.
Wichtig ist jedoch, dass im Vorfeld weder heiße noch kalte Speisen oder Getränke konsumiert werden, um ein genaues Ergebnis zu erhalten. Im besten Fall sollte das Thermometer einige Minuten vor der Messung bereitgestellt werden, um eine Anpassung an die Umgebungstemperatur zu gewährleisten. Dadurch werden Verzerrungen vermieden.
Neben der leichten Anwendung ist ein Vorteil, dass das Thermometer mit einem schnellen Signal die Messung beendet. Dennoch besteht bei kleinen Kindern die Gefahr, dass die Methode falsch angewendet wird oder das Thermometer durch verschlucken beschädigt wird.
Fiebermessung im Ohr
Infrarot-Thermometer sind heutzutage weit verbreitet, insbesondere für Messungen im Ohr. Diese Methode ist beliebt, weil sie einfach und schnell ist. Ein Ohrthermometer misst die Wärme, die vom Trommelfell abgestrahlt wird, wodurch ein nah an der Kerntemperatur liegender Wert ermittelt werden kann.
Allerdings muss das Thermometer richtig positioniert werden, um genaue Ergebnisse zu garantieren, da falsche Winkel oder Blockaden im Ohr wie Ohrenschmalz zu Fehlauslesungen führen können. Vor dem Messen sollte immer überprüft werden, ob der Gehörgang sauber ist. Insbesondere bei Babys sollte darauf geachtet werden, die richtige Anwendung sorgfältig zu üben.
Für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet, bietet die Ohrmessung eine bequeme Alternative für unruhige oder nervöse Patienten, die bei herkömmlichen Methoden Schwierigkeiten haben.
Axillare Fiebermessung
Die axillare Fiebermessung, bei der das Thermometer unter die Achsel geklemmt wird, zählt zu den gebräuchlichsten Methoden, ist jedoch bekannt für ihre Tendenz zu Ungenauigkeiten. Die Temperatur, die unter der Achsel gemessen wird, kann durch äußere Einflüsse stark abweichen; deswegen liegt sie oft niedriger als die rektale.
Dennoch bleibt diese Methode als praktikable Lösung bestehen, die schnell und ohne großen Aufwand durchführbar ist. Besonders bei Erwachsenen kann sie sinnvoll sein, wenn keine andere Option zur Verfügung steht. Um verlässliche Ergebnisse zu erzielen, sollten mindestens 3 Minuten gemessen werden, oder bis ein Finish-Signal ertönt.
Gemessen werden sollte stets ohne Kleidung zwischen der Haut, um eine fehlerhafte Datenlage zu vermeiden. Trotz ihrer Bequemlichkeit sollte diese Methode mit Vorsicht und komplementierend zu anderen Techniken genutzt werden, um eine korrekte Interpretation zu gewähren.
Stirnthermometer
Das Stirnthermometer wird zunehmend beliebter, besonders für das Messen an der Stirn erfreut sich großer Beliebtheit. Es bietet eine einfache Handhabung und ist oft die bevorzugte Methode, wenn bei Babys und Kleinkindern das Messen im Schlaf erforderlich ist.
Während sie rein aufgrund der Kürze der Messzeit verlässlich erscheinen, sind Stirnthermometer anfällig für äußere Einflüsse wie Raumtemperatur oder kürzlich durchgeführte körperliche Aktivitäten. Ein Stirnmessung resultiert daher in einer oberen Oberflächentemperatur, die nicht immer der tatsächlichen Körperkerntemperatur entspricht.
Um kompetente Ergebnisse zu erreichen, sollte die Stirn immer sauber und trocken sein, und es wird empfohlen, eine zusätzliche Kontrollmessung mit einer anderen Methode durchzuführen, wenn das Ergebnis infrage gestellt wird. Oft zeigt es einen um bis zu 2 Grad stärkeren Abweichungen im Vergleich zu rektalen Messungen.
Besondere Maßnahmen für Kinder
Kinder, insbesondere Babys und Kleinkinder, benötigen besondere Fürsorge, wenn es um das Messen von Fieber geht. Ihre Temperaturzentralen sind noch empfindlich und anfällig für schnelle Schwankungen. Ärzte empfehlen hier vor allem die rektale Messung bis zum Alter von drei Jahren aufgrund ihrer Genauigkeit.
Für ältere Kinder sind aurikuläre oder Stirnmessungen eine gute Option, da sie weniger invasiv sind und dennoch akzeptable Ergebnisse liefern. Eltern sollten jedoch die Anweisungen auf den Geräten sorgfältig befolgen, um Fehlmessungen zu vermeiden.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei Kindern ist die regelmäßige Kontrolle der Temperatur und die Aufzeichnung dieser Daten, um den Verlauf im Blick zu behalten und rechtzeitig auf Veränderungen reagieren zu können.
Fazit
Fieber ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers, aber es ist wichtig, es sorgfältig zu überwachen. Verschiedene Messmethoden bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile, und es ist entscheidend, die am besten geeignete Methode für die jeweilige Situation zu wählen. Das Verständnis der spezifischen Temperaturbereiche für Erwachsene und Kinder hilft, Unklarheiten zu beseitigen. Regelmäßiges Fiebermessen ermöglicht es, den Gesundheitszustand zu überwachen und gegebenenfalls frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen. Daher ist es unerlässlich, sich der verschiedenen Techniken und ihrer Präzision bewusst zu sein.